„Bildungsräume sind auch Erholungsräume.“
„Die GGSD – das ist Professionalität gepaart mit einem hohen Einsatz für Teilnehmer*innen und kollegialer Beziehung.“
Martin Alsheimer
Leiter der GGSD Hospiz-Akademie, Lehrer (1. Staatsexamen LaR), Dipl.-Pädagoge, Dipl.-Trauerberater (AMB), Socialmanager, Systemischer Berater (MISW), Autor; bei der GGSD seit 1990
Stärken: Aufbaukompetenz, breites pädagogisch-beraterisches Profil, starkes Netzwerk
Haltung: Wertschätzend, kollegial und systemisch: Bildungsräume als Erholungsräume, Vertrauen vor Kontrolle, praxisnahes Lernen mit Mut zum Ausprobieren und zur Fehlerkultur
Ziel: Hospiz Akademie weiter organisch ausbauen und gut übergeben – gestützt auf die regionalen Netzwerke und den guten Ruf der Standorte; die wertschätzend-kollegiale Kultur bewahren, damit Bildungsräume Erholungsräume für Teilnehmende bleiben.
Werdegang: Bei der GGSD seit 09/1990 auf Honorarbasis, seit 04/1992 in Festanstellung; seit 2005 Leiter der GGSD Hospiz-Akademie. Im Hospizbereich: Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied im Hospizverein Ingolstadt. Ausbildungsleitung für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen in Dachau, Neuburg, Eichstätt. Supervisor im Kriseninterventionsteam und in der SAPV Region 10. Mitglied in Arbeitsgruppen beim Bayerischen Gesundheitsministerium
Was war Ihr erster Eindruck von der GGSD?
Ich gehöre vermutlich zusammen mit Nina Nürnberger zu den inzwischen dienstältesten Mitarbeiter*innen in der GGSD. Das ist der Beweis für ein berufliches Wohlgefühl. Man kann also gut in der GGSD alt werden und manchmal auch „reifer“. Für mich war es von Beginn an eine – ich bin vorsichtig mit dem Begriff – „familiäre Atmosphäre“: Professionalität gepaart mit einem hohen Einsatz für Teilnehmer*innen und kollegialer Beziehung. Ich hatte Freundschaften auch über das Berufliche hinaus. Das ist ein Unterschied gegenüber Erzählungen von Bekannten, die bei anderen Trägern unterrichten, die eher von Gängelung, Kontrolle, Frost und Frust berichten. So etwas habe ich persönlich nie bei der GGSD erlebt.
Welchen beruflichen Weg sind Sie bei der GGSD gegangen?
Ich war im damals kleinen Kreis von drei gegründeten GGSD-Schulen zunächst zuständig an der Fachschule für Altenpflege in Ingolstadt in der Pflegeausbildung für den früheren Fächerkanon Soziologie, Psychologie, Ethik und Glaubensfragen, Methodenlehre, Gesprächsführung, Deutsch, Sozialkunde. Parallel war ich nebenberuflich als Praxisanleiter für Soziale Arbeit in einem Pflegeheim tätig.
Seit 2005 leite ich die Hospiz-Akademie der GGSD. Es gab dabei keinen genauen „Geburtstermin“, sondern die Akademie ist langsam im Fort- und Weiterbildungsbereich gewachsen. Das war und ist gerade auch durch die Unterstützung und Gastfreundschaft an unseren Bildungszentren von Vierzehnheiligen bis Kempten ermöglicht worden. Wir haben da sehr von den regionalen Netzwerken und dem guten Ruf der GGSD-Standorte profitiert. Umgekehrt tragen wir auch zur Außenwahrnehmung der GGSD bei. Inzwischen leistet die Akademie zum Beispiel mit über 2.700 ausgebildeten Palliative-Care-Kräften (ca. 6% der Palliativkräfte in Deutschland), einem breiten Programm, einem Zertifizierungskonzept und Pilot- und Trägerprojekten in Pflegeheimen (Z.B. DW Bayern, Caritasverband, RKS) einen wichtigen Beitrag. Was wir auch gefördert haben: Fast alle unsere Referent*innen haben inzwischen publiziert.
Was hat sich Ihrer Meinung nach an der GGSD in den letzten Jahren besonders verändert?
Die GGSD ist enorm gewachsen. Der Grad an Spezialisierungen und der internen Dienste, die nutzbar sind, sind größer. Früher war man eher als Allrounder gefordert: unterrichten, Flyer designen, Marketing betreiben, Förderungen recherchieren. Es ist zwar etwas unübersichtlicher geworden, aber dafür professioneller und auch entlastend.
Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit bei der GGSD?
An der Stelle danke ich zunächst den Sekretärinnen der Akademie, früher Christine Mögn und nun seit vielen Jahren Birgit Müller, meinem kreativen und sehr selbständigen Mitarbeiter Rainer Teufel und natürlich auch den Kursleiter*innen und Referent*innen. Wir haben ein „reisefreudiges“ Expert*innen-Team mit langjährigen, treuen Honorarkräften. Ohne diese Menschen wäre der Erfolg nicht möglich gewesen.
Ich genieße in der GGSD das Vertrauen, auch einmal etwas auszuprobieren im Bildungsbereich. Es darf dabei auch etwas scheitern. Das ist zum Beispiel ein Schlüsselerlebnis: Nach einem Anfangserfolg 2001 mussten wir einen Palliativkurs absagen. Ich war etwas verzagt, ob sich das neue, noch unbekannte Angebot etablieren wird. „Das ist doch kein Grund aufzugeben!“, war der nette Klaps des damaligen Geschäftsführers. Diese Rückendeckung „in guten und in schlechten Tagen“ habe ich bisher bei allen drei Geschäftsführer*innen erlebt.
Was wünschen Sie der GGSD für die kommenden Jahre?
Ich wünsche – nein, ich bin sicher, so wie ich die Atmosphäre an verschiedenen Standorten, im Team der Hauptverwaltung und im Kreis der Leitungen erlebe – dass dieser wertschätzend-kollegiale Umgang nicht verloren geht. Das melden auch die Teilnehmer*innen zurück, dass sie das auch schätzen und in ihrem manchmal sehr rauen Arbeitsklima vermissen. Insofern sind Bildungsräume auch Erholungsräume. „Die Würde der Sterbenden beginnt mit der Würdigung der Mitarbeiter!“ (Andreas Heller)