m Rahmen des Fachs „Theologie/Religionspädagogik“ besuchten Studierende der Bayreuther Fachakademie sowie des SEJ die DITIB-Moschee im Stadtteil St. Georgen. Empfangen wurde die Gruppe mit großer Herzlichkeit von Imam Osman und Mitgliedern der Gemeinde. Besonders eindrucksvoll war der Gebetsruf zur Begrüßung, der eine erste atmosphärische Erfahrung bot.
Der anschließende Austausch eröffnete vielfältige Einblicke: Welche Ziele verfolgt die islamische Gemeinde in Bayreuth? Was prägt den Islam in Deutschland und Europa? Und welchen Formen von Diskriminierung – etwa beim Tragen des Kopftuchs – begegnen Musliminnen im Alltag? Mit anschaulichen Anekdoten und viel Offenheit berichteten der Imam und die Gemeindemitglieder von ihren Erfahrungen und luden die Besucherinnen und Besucher ein, auch am Freitagsgebet teilzunehmen.
Im Inneren der Moschee beeindruckten besonders der weiche Teppichboden sowie die kunstvolle islamische Kalligrafie an den Wänden. Die besondere Atmosphäre des Raums, das Ritual des Schuheausziehens vor dem Gebetssaal sowie die Erfahrungen weiblicher Studierender mit dem Tragen eines Kopftuchs hinterließen bleibenden Eindruck. „Alles soll sich auf Allah richten – keine politische Botschaft, keine Alltagsgedanken, keine Ablenkung soll das Gebet stören“, erläuterte der Imam.
Auch kritische Fragen kamen zur Sprache: etwa zur Rolle von Frauen und queeren Menschen im Islam. Es entspannen sich lebendige Diskussionen über Rollenbilder, religiöse Radikalisierung und islamfeindliche Strömungen in unserer Gesellschaft. Die Antworten waren offen und teilweise sehr direkt und zeigten: Neben verbindenden Elementen gibt es auch Unterschiede zwischen den Religionen und Kulturen.
Ein besonderer Moment war die Teilnahme an einer muslimischen Trauerzeremonie: Ein verstorbenes Gemeindemitglied wurde durch den Imam und die Gemeinde verabschiedet. „Nichts Böses soll über den Toten gesagt werden. Sich im Frieden zu verabschieden, ist uns wichtig.“.
Zum Abschluss wurden die Gäste zu einer traditionellen Speise eingeladen: Aschura, auch bekannt als „Noahs Süßigkeit“ – ein Gericht aus Weizen, Reis, Rosinen und Nüssen. Fremdes auszuhalten, Gemeinsamkeiten zu entdecken und im Dialog Verständnis zu schaffen, das war wohl eine der tiefsten Erkenntnisse dieses Tages – für beide Seiten.
Text / Foto: Christian Parchent