Mit einem kleinen Empfang hat die GGSD Fachschule für Heilerziehungspflege Herzogenaurach am 30. Juli 2026 zwei Klassen gewürdigt, die in den vergangenen beiden Jahren beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erfolgreich waren. Zu Gast war Landrat Alexander Tritthart, der beim letztjährigen prämierten Videoprojekt als Interviewpartner mitgewirkt hatte, wofür sich Schulleiter Felix Lorenz nochmals ausdrücklich bedankte.
Der Schülerwettbewerb zur politischen Bildung gilt als der größte und älteste deutschsprachige Wettbewerb seiner Art. Jedes Jahr setzen sich Schülerinnen und Schüler mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen auseinander, recherchieren selbstständig, führen Interviews, entwickeln eigene Positionen und bereiten ihre Ergebnisse kreativ auf.
Erfolg in zwei aufeinanderfolgenden Jahren
Besonders erfreulich: Die Fachschule für Heilerziehungspflege Herzogenaurach konnte bereits zum zweiten Mal in Folge einen Wettbewerbserfolg erzielen.
Die Klasse HEP23 beschäftigte sich im Vorjahr intensiv mit dem Thema „Soziales Pflichtjahr“. Im Rahmen ihrer Recherchen führten die Schülerinnen und Schüler unter anderem ein Experteninterview mit Landrat Alexander Tritthart. Das Projekt wurde von der Jury ausgezeichnet und brachte die Schule bundesweit in die Reihe der prämierten Beiträge.
Die Klasse HEP24 konnte an diesen Erfolg anknüpfen: Im Wettbewerbsjahr 2025/26 entstand unter dem Thema „Politik brandaktuell“ eine umfangreiche Wandzeitung zur Frage: „Wie barrierefrei können Kulturangebote sein?“ Die Schülerinnen und Schüler untersuchten dabei Herausforderungen kultureller Teilhabe aus unterschiedlichen Perspektiven und beleuchteten rechtliche, organisatorische, finanzielle und gesellschaftliche Aspekte von Barrierefreiheit.
Recherchearbeit mit Praxisbezug
Für ihre Arbeit führte die Klasse Interviews mit Fachleuten und Betroffenen. Gesprächspartnerin war unter anderem Frau Németh, Inklusionsbeauftragte der Stadt Erlangen, die aufzeigte, dass Barrierefreiheit oft weniger am guten Willen als an komplexen Anforderungen, fehlenden Ressourcen und mangelnder Orientierung scheitert. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich zudem mit Finanzierungsmöglichkeiten, typischen Herausforderungen für Veranstalterinnen und Veranstalter sowie Besucherinnen und Besucher und mit gelungenen Praxisbeispielen inklusiver Kulturveranstaltungen.
Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung würdigte die Qualität der Arbeit mit einem Geldpreis. Die ausgezeichnete Einsendung gehörte damit zu den erfolgreichsten Beiträgen eines Wettbewerbsjahres, in dem insgesamt 1.622 Projekte eingereicht wurden. Eine 47-köpfige Jury entschied über die Preisvergabe. Die Klassen der GGSD platzierten sich damit unter den vordersten Beiträgen des bundesweiten Wettbewerbs.
Dank an Unterstützende und Gesprächspartner
Der Empfang bot den Preisträgerinnen und Preisträgern Gelegenheit, ihren Dank auszusprechen. Mit seiner Bereitschaft, sich für ein Interview zur Verfügung zu stellen, habe Landrat Alexander Tritthart einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projekts der Klasse HEP23 geleistet und den Schülerinnen und Schülern direkte Einblicke in politische Entscheidungsprozesse ermöglicht. Ein besonderer Dank galt zudem der Erlanger Inklusionsbeauftragten Frau Németh, die die aktuelle Wettbewerbsklasse HEP24 als Interviewpartnerin unterstützt hatte, den Termin jedoch leider nicht persönlich wahrnehmen konnte.
In seinem Grußwort betonte Landrat Tritthart die Bedeutung von Inklusion als dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt engagiere sich deshalb kontinuierlich für den Ausbau von Beratungs-, Bildungs- und Teilhabestrukturen und arbeite dabei eng mit Partnern wie der Lebenshilfe zusammen. Herzogenaurach nehme als wichtiger Standort für inklusive Angebote und Bildungseinrichtungen innerhalb des Landkreises eine besondere Rolle ein.
Politische Bildung als gelebte Praxis
Die beiden ausgezeichneten Projekte zeigen beispielhaft, wie politische Bildung bei der GGSD verstanden wird: als Verbindung von gesellschaftlicher Verantwortung, praktischer Recherche und persönlichem Dialog. Durch die Begegnungen mit politischen Entscheidungsträgern, Fachleuten und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren lernen die angehenden Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger, komplexe gesellschaftliche Fragestellungen differenziert zu betrachten und eigene Positionen zu entwickeln.
