Pflege-Abschlussklasse bringt „Gott“ von Ferdinand von Schirach auf die Bühne
Im Rahmen des Unterrichtsmoduls „Palliative Versorgung und assistierter Suizid“ führte die Klasse G 22 kürzlich das Theaterstück „Gott“ von Ferdinand von Schirach auf. Die intensive Vorbereitung erfolgte unter der Leitung von Pflegepädagogin Regina Jost im Unterricht – dort wurden nicht nur Rollen einstudiert, sondern auch zentrale ethische, juristische und gesellschaftliche Fragen diskutiert.
Zur Präsentation eingeladen waren Lehrpersonen sowie Auszubildende des zweiten Ausbildungsjahres der Pflegefachrichtung. In den Räumlichkeiten der Pflegeschule entstand eine eindrucksvolle Inszenierung, die das Publikum mit einem sensiblen Thema konfrontierte: Sollte es Menschen erlaubt sein, mit ärztlicher Unterstützung aus dem Leben zu scheiden?
„Gott“ stellt unterschiedliche Positionen aus Recht, Medizin, Theologie und Ethik gegenüber und lässt die Zuschauer*innen selbst urteilen. Der moralische und rechtliche Diskurs wurde von den Beteiligten überzeugend aufbereitet und regte zur Auseinandersetzung mit einer komplexen Thematik an.
Das Theaterstück, das 2020 uraufgeführt wurde vom Autor explizit als Bühnenstück konzipiert und ist Teil seiner Reihe von „Streitstücken“, ähnlich wie sein erstes Theaterstück „Terror“. Das Stück wurde auch für das Fernsehen adaptiert. In der TV-Version, wie auch auf der Bühne, wird das Publikum aktiv einbezogen, indem es am Ende abstimmen darf, wie die Geschichte ausgehen soll.
Die Reaktionen auf die Schullaufführung waren durchweg positiv. Die Auszubildenden erhielten viel Applaus und Anerkennung für ihre überzeugende Darstellung und den respektvollen Umgang mit einem gesellschaftlich relevanten Thema. Auch nach dem Stück entwickelten sich lebendige Gespräche – ein Zeichen dafür, dass die Auseinandersetzung nachhaltig wirkte.
Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Leistung der Klasse G 22, die mit viel Mut, Feingefühl und Engagement ein anspruchsvolles Thema auf die Bühne brachte. Unter der ebenso fachkundigen wie motivierenden Begleitung durch Regina Jost entstand ein Projekt, das weit über eine gewöhnliche Unterrichtseinheit hinausging. Das Zusammenspiel aus fachlicher Tiefe, schauspielerischer Leistung und persönlichem Einsatz verdient höchsten Respekt und Anerkennung.
Ein starkes Zeichen für die Bedeutung ethischer Reflexion in der Pflegeausbildung – und ein inspirierendes Beispiel dafür, was mit Teamgeist, Kreativität und Herzblut möglich ist. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden – und besonders an Frau Jost für ihre unermüdliche Unterstützung und ihr Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Klasse.



