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Anatomie hautnah – Besuch der Ausstellung KÖRPERWELTEN


19. Mai 2025

Ein besonderer Höhepunkt im letzten Ausbildungsjahr der Pflegefachschülerinnen und -schüler der GGSD Berufsfachschule Rosenheim war der Besuch der Ausstellung KÖRPERWELTEN in München – nur wenige Wochen vor den Examensprüfungen. Die Exkursion bot nicht nur eine eindrucksvolle Vertiefung des Anatomieunterrichts, sondern auch Raum für ethische Reflexion und berufsbezogene Denkanstöße.

Die weltbekannte Ausstellung mit plastinierten menschlichen Körpern und Organen ermöglichte einen einzigartigen, realitätsnahen Einblick in den menschlichen Organismus. Besonders eindrucksvoll empfanden viele Teilnehmende die Darstellung krankhafter Veränderungen, die bislang nur theoretisch bekannt waren. „So klar und greifbar haben wir Anatomie noch nie erlebt“, fassten viele ihre Eindrücke zusammen.

Starkes Interesse weckten Exponate wie der „Arterienmann“, ein geöffnetes Herz oder krankheitsbedingte Organschäden – etwa durch Rauchen oder Gefäßerkrankungen. Die realitätsnahe Darstellung verdeutlichte die Verletzlichkeit des Körpers und ließ die Inhalte des Unterrichts lebendig werden.

Im Vorfeld hatten die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler sorgfältig vorbereitet – sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf ethische Fragen. Besonders rege diskutiert wurde das Thema Organspende: Während sich 10 % dafür und 10 % dagegen aussprachen, hatte sich die große Mehrheit (80 %) bislang kaum damit befasst. Das ist ein deutlicher Hinweis auf gesellschaftlichen Aufklärungsbedarf.

Die Reaktionen auf die Exkursion waren durchweg positiv. Aussagen wie „Jetzt kann ich mir das endlich vorstellen“ oder „Das ist Anatomie zum Anfassen“ spiegeln den nachhaltigen Lerneffekt wider. Der Besuch war damit nicht nur eine gelungene Ergänzung zum Unterricht, sondern auch eine wertvolle Vorbereitung auf die Examina.

Die Lehrkräfte betonten den besonderen Wert solcher außerschulischen Lernorte: Sie fördern nicht nur das Verständnis komplexer Inhalte, sondern auch die ethische und persönliche Entwicklung – und bleiben nachhaltig im Gedächtnis.

Einblicke wie diese machen deutlich: Die Verbindung von theoretischem Wissen mit erlebbarer Realität fördert nicht nur das Verständnis, sondern auch die persönliche und berufliche Entwicklung angehender Pflegefachkräfte.

Die Lehrkräfte begrüßten es, dass der Ausstellungsbesuch nicht nur fachliche Inhalte vertiefte, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung und ethischen Bildung der Schülerinnen und Schüler beitrug. Der Besuch der Ausstellung war somit weit mehr als eine klassische Unterrichtseinheit – er war ein Erlebnis, das nachwirkt.

Text und Foto: Benjamin Wülfert